Lipödem-Erkrankung

Eine wenig bekannte weibliche Erkrankung verstehen

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die häufig falsch diagnostiziert wird und ausschließlich Frauen betrifft. Es äußert sich durch eine abnorme, schmerzhafte Fettansammlung an den Beinen, Oberschenkeln, Hüften und teilweise an den Armen, wobei Hände und Füße stets ausgespart bleiben. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Gewichtszunahme ist dieses Fett resistent gegenüber Diäten und sportlicher Aktivität.

Maladie du LIPOEDÈME

Wie erkennt man ein Lipödem ?


Viele Frauen leben mit einem Lipödem, ohne es zu wissen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Symmetrische Schwellung der Beine, oft bereits ab der Pubertät
  • Spontane Schmerzen oder Druckschmerzhaftigkeit
  • Überempfindliche Haut
  • Schnelle Bildung von Hämatomen (blauen Flecken)
  • Schweregefühl in den Beinen, selbst in Ruhe
  • Unverhältnismäßig dicke Beine und manchmal Arme im Vergleich zum Oberkörper

Diese Symptome können sich in hormonellen Phasen verstärken, z. B. während Schwangerschaft, Menopause oder bei starkem Stress.

Was sind die Ursachen ?

Die genauen Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftliche Forschung und klinische Erfahrung zeigen jedoch mehrere auslösende oder verstärkende Faktoren auf, die häufig gemeinsam auftreten.

1. Genetische Veranlagung

In über 50 % der Fälle sind mehrere Frauen derselben Familie betroffen (Mütter, Schwestern, Tanten). Dies deutet auf eine genetische Vererbung hin, auch wenn das verantwortliche Gen noch nicht eindeutig identifiziert wurde.

2. Hormoneller Einfluss

Hormonelle Ungleichgewichte, insbesondere im Zusammenhang mit Östrogenen, spielen eine zentrale Rolle. Das Lipödem tritt häufig auf oder verschlimmert sich in folgenden Lebensphasen:

  • Pubertät
  • Schwangerschaft
  • Postpartum-Phase
  • Menopause

Dieser starke hormonelle Zusammenhang erklärt, warum fast ausschließlich Frauen betroffen sind und warum sich die Erkrankung ohne Behandlung weiterentwickelt.

3. Begleitende Durchblutungsstörungen

Das Lipödem wird zwar nicht durch eine Venen- oder Lymphkrankheit verursacht, diese können jedoch gleichzeitig bestehen und die Symptome verschlimmern:

  • Venöse Insuffizienz (schwere Beine, Krampfadern)
  • Lymphödem (Lymphstau)
  • Kapillarfragilität (leichte Blutergüsse)

In fortgeschrittenen Stadien kann das krankhafte Fettgewebe die Lymphbahnen komprimieren und ein sekundäres Lymphödem verursachen.

Lipödem-Erkrankung

Diagnose des Lipödems

Die Diagnose basiert in erster Linie auf einer sorgfältigen klinischen Untersuchung. Da das Lipödem häufig mit Adipositas, Cellulite oder einem Lymphödem verwechselt wird, ist eine korrekte Diagnose entscheidend, um jahrelange Fehlbehandlungen zu vermeiden.

Maladie du LIPOEDÈME

Spezialisierte klinische Untersuchung

Der Arzt beurteilt:

  • Verteilung der Fettansammlungen (Beine, Hüften, Arme – Hände und Füße bleiben ausgespart)
  • Symmetrie der Extremitäten
  • Schmerzhaftigkeit bei Druck
  • Häufigkeit spontaner Blutergüsse
  • Hautbeschaffenheit (Orangenhaut, knotige Strukturen in fortgeschrittenen Stadien)

Der Stemmer-Test ist beim Lipödem negativ (die Haut über den Zehen ist anhebbar), im Gegensatz zum Lymphödem.

Zusätzliche Untersuchungen

Auch wenn die Diagnose des Lipödems in erster Linie klinisch gestellt wird, sind bestimmte Untersuchungen hilfreich, um die Erkrankung zu bestätigen oder andere Ursachen auszuschließen :

  • Venöser Echo-Doppler-Ultraschall : Ermöglicht die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Venensystems und das Erkennen einer häufig begleitenden venösen Insuffizienz.
  • MRT oder Weichteil-Ultraschall : Wird in bestimmten Fällen eingesetzt, um die Struktur des Fettgewebes genauer zu analysieren.
  • Lymphszintigrafie : Dient zur Unterscheidung zwischen einem Lipödem und einem Lymphödem, insbesondere bei unklaren oder ausgeprägten Schwellungen.